Aufbruchstimmung statt Abstiegstränen

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(Trier) Rein rechnerisch fehlt noch ein Punkt zum (eigentlich schon perfekten) Klassenerhalt – und den wollen die Miezen am Samstag in Celle gewinnen. Dass es so weit kam, ist vor allem das Verdienst von Trainer Dago Leukefeld.

Freudentränen in Trier, Abstiegstränen bei SVG Celle – durch den 26:25-Erfolg gegen Frankfurt/Oder haben die Miezen die Abstiegsfrage in der Handball-Bundesliga wohl entschieden. “Das war\’s dann wohl, an Wunder glauben wir nicht”, sagte Celles Manager Joachim Niederlüke, nachdem die Niedersachsen 25:28 in Göppingen verloren hatten. Rein rechnerisch kann Celle die MJC noch einholen – aber die Trierer Marschroute für das Duell beim Schlusslicht (drei Punkte hinter Trier, bei nur noch zwei Partien) am Samstag ist klar: “Wir wollen in Celle gewinnen”, sagt Trainer Dago Leukefeld. Der Thüringer gibt nach dem zweiten Saisonsieg zu: “Das war kein Stein, das war eine Gebirgskette, die uns am Sonntag vom Herzen gefallen ist.”

Der TV analysiert die Gründe, die zum wohl vorzeitigen Klassenerhalt der MJC führten:

Die Gesamtkonstellation:
Mit vier Punkten hat noch nie ein Bundesligist die Liga gehalten. Möglich ist dies nur, weil es nach der Sindelfinger Insolvenz im August nur einen Absteiger gibt.

Der Trainerwechsel:
Zum Glücksfall für die MJC wurde die fristlose Kündigung von Thomas Happe eine Woche vor dem Hinspiel gegen Celle. Leukefeld sprang ein – und hat der Mannschaft neues Leben eingehaucht, was sich gleich mit dem Sieg gegen Celle zeigte. Seine Errungenschaften:

Die Physis:
Gegen Leverkusen, Oldenburg und Bad Wildungen stand die MJC kurz vor Siegen, am Ende fehlte jedoch die Kraft. “Die Mannschaft hatte nach der EM-Pause im Dezember erhebliche Rückstände. Da habe ich die Zügel angezogen, aber diese Umstellung brauchte seine Zeit. Ich hatte gehofft, früher die Ernte einfahren zu können”, sagt Leukefeld.
Die positivere Grundhaltung:
Unter Leukefeld kehrte Aufbruchstimmung ein. “Wir haben wieder Spaß am Handball, auch wenn wir deutlich härter trainieren”, sagt Nadine Rost. Die Kreisläuferin, die aus der vierten in die erste Liga wechselte, blühte richtig auf, hat sich im neuen Umfeld erheblich entwickelt und ist ein Vorbild an Kampf geworden.

Der Torwartwechsel:
Unter Happe war die Serbin Sladjana Djeric gesetzt, Leukefeld vertraut seit Wochen auf die junge Anna Monz. Leukefeld: “Von der erfahrenen Djeric versprach man sich, dass sie Punkte holt – aber das hat sie nie geschafft, hat nicht spektakulär gehalten. Deswegen genießt Anna das Vertrauen, sie kommuniziert mit der Abwehr, hat sehr gut gehalten.”

Der Glückstransfer:
Neben ihrem Studium in Metz wollte Carolin Schmele Handball spielen – und die Oldenburgerin, die im Januar kam, wird immer besser. Gegen Frankfurt/Oder waren ihre sechs Tore mitentscheidend.

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