Dem Zuschauerrekord soll der Aufstieg folgen

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Handball: Die Bietigheimer Frauen stehen als Tabellenführer vor dem erneuten Sprung in die Bundesliga. Von Peter Wörz
Die Klatschpappe vereinnahmt auf ihrem Siegeszug durch Deutschlands Sportarenen zunehmend auch den Handball. In der Egetrans-Arena jedenfalls wurde am Samstag geschlagen, was der Karton hergab.

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Die Klatschpappe vereinnahmt auf ihrem Siegeszug durch Deutschlands Sportarenen zunehmend auch den Handball. In der Egetrans-Arena jedenfalls wurde am Samstag geschlagen, was der Karton hergab. Bietigheim-Bissingen war im Handballfieber. 3253 Zuschauer und der Lärm ihrer mit dem Begriff “Heimstärke” bedruckten Anfeuerungsinstrumente begleiteten in der umgebauten Eishalle im Ellental den 37:29-Sieg der Zweitliga-Handballerinnen der SG BBM Bietigheim gegen den SC Greven 09 – das war ein neuer Zuschauer-Saisonrekord im deutschen Frauenhandball. Das hat dann auch bei Ania Rösler ein leichtes Kribbeln verursacht. Dabei hat die 30-Jährige schon viel erlebt in ihrer Handballkarriere.

Viermal feierte sie mit dem 1. FC Nürnberg (2005, 2007, 2008) und dem HC Leipzig (2010) die deutsche Meisterschaft. 57-mal hat sich die Rückraumspielerin in diesen Jahren auch das Nationaltrikot übergestreift und 2007 WMBronze gewonnen. Undjetzt soll sie die SG BBM in die Bundesliga führen. “Bietigheim will unbedingt nach oben, und ich finde das Projekt mit den vielen jungen Spielerinnen interessant”, sagt Rösler, die bei der TuS Metzingen das Handballspielen lernte und wieder in Heimatnähe sein wollte. Für die Mission Aufstieg hat die SG BBM Bietigheim sie vor dieser Runde verpflichtet, jetzt geht das Vorhaben in die Endphase. Acht Spieltage vor dem Saisonende steht der Verein an der Spitze der zweiten Liga, mit vier Punkten Vorsprung auf die HSG Bensheim/ Auerbach.

Leukefeld ersetzt Hungerecker

“Der Aufstieg war von Anfang an die Zielvorgabe”, sagt Gerit Winnen, “wir sind zu Recht Tabellenführer.” Der ehemalige Bietigheimer Zweitligaspieler ist seit der vergangenen Saison der Sportdirektor bei den SG-Frauen. Bereits bei seinem Einstieg war die Rückkehr in die erste Liga anvisiert, in der das Team bereits in der Saison 2010/11 Höhenluft schnuppern durfte – und reichlich ernüchtert mit 3:41-Punkten wieder den Gang nach unten antreten musste. Das soll diesmal anders laufen.

Christian Hungerecker hieß der Trainer, der als unbeschriebenes Blatt 2011 vom Drittligisten TSV Owschalg zur SG BBM kam und den Plan umsetzen sollte. Am 9. Januar, kurz vor dem Rückrundenauftakt, wurde der 39-Jährige entlassen. “Da spielten nicht nur sportliche Gründe eine Rolle”, sagt Winnen über die Entscheidung, die auch das Team unvorbereitet traf. Zwei Tage später wurde Dago Leukefeld als “sportlicher Berater” vorgestellt. “Ich wollte ihn schon vor eineinhalb Jahren zu uns holen”, sagt Winnen. Damals war der 49-Jährige überraschend zu haben, denn vor dem ersten Saisonspiel zog sich sein damaliger Club VfL Sindelfingen/Stuttgarter Kickers wegen Geldproblemen aus der Bundesliga zurück. Seit Leukefeld bei der SG BBM das sportliche Sagen hat, gewann das Team sieben Spiele nacheinander.

Autor: Peter Wörz, erschienen in: Stuttgarter Nachrichten | SPORT REGIONAL | Nr. 49 am 27.02.2013

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