Der Impulsgeber will den Verein umkrempeln

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(Trier) Die Trierer Miezen haben einen neuen, alten Trainer: Dago Leukefeld wird – mit Ausnahme von zwei Spielen – weiter auf der Bank sitzen, als gemeinsame “Teamlösung” mit Igor Domaschenko und Elena Vereschako. Und seine Vision geht weit über die laufende Saison hinaus.

Trier. Am Anfang war es die Lösung für ein Spiel, dann wurden drei Partien daraus – nun bleibt Dago Leukefeld als Trainer den Trierer Miezen bis zum Saisonende erhalten. “Wir haben eine Teamlösung gefunden”, sagte MJC-Vorstand Martin Rommel am Dienstag dem TV. Leukefeld wird mit Ausnahme der Partien am Samstag bei Thüringer HC und am kommenden Mittwoch gegen Bayer Leverkusen auf der Miezen-Bank sitzen, wird zudem mit den MJC-Trainern Igor Domaschenko (zweite Mannschaft) und Elena Vereschako (früher zweite Mannschaft und Landesauswahl) die Trainingspläne erstellen. Gegen Thüringen und Leverkusen wird Domaschenko auf der Bank sitzen.

Sammelbecken für Talente
“Vor den wichtigen Spielen werde ich fast die ganze Woche bei der Mannschaft sein”, sagte Leukefeld dem TV. Insgesamt wird der Thüringer, der die Miezen 2003 zur deutschen Meisterschaft führte, acht bis zwölf Tage pro Monat in Trier sein. Daneben ist er als Berater bei anderen Vereinen wie dem Männer-Drittligisten Duderstadt oder dem Frauen-Zweitligisten Zwickau tätig. Leukefeld wird zudem dem Verein langfristig als Berater erhalten bleiben – vor allem, was Jugendarbeit, Talentsuche, aber auch Sponsoring betrifft. “Wir wollen nachhaltig etwas aufbauen, aber kurzfristig müssen wir natürlich erst einmal die Liga halten”, sagte Leukefeld.
Seine Vision geht weit über die aktuelle Krisensituation – sportlich und finanziell – hinaus: “Mein Ziel ist, dass 2017 bei der Frauen-WM in Deutschland mindestens zwei Miezen im Nationalteam stehen, das seine WM-Spiele dann hoffentlich in Trier austrägt.” Dazu will Leukefeld alle Strukturen auf den Prüfstand stellen: “Wir wollen wieder ein Sammelbecken für junge deutsche Talente werden.” Dazu muss der Verein aber auf organisatorische und finanzielle Beine gestellt werden. Leukefeld will eine Kooperation des gesamten Trierer Spitzensports initiieren, “bevor es zu spät ist”.

“Finanziell beste Lösung”
Daneben will er mit Kommunen, Kammern, Weinbau-, und Tourismusförderung ein Gesamtkonzept erstellen, einen Umdenkprozess einleiten, in dem Schulen, Vereine, Sponsoren und Fans eine wichtige Rolle spielen. Als Nachfolger des langjährigen Vorstands Martin Rommel, der nach der Saison seinen Posten räumt, will sich der Thüringer aber nicht sehen: “Ich werde den Verein beraten und Impulse geben, aber der gesamte Vorstand muss neu aufgestellt werden, ein Wirtschaftsrat muss für Kontrolle und Transparenz sorgen. Denn nur so können wir Sponsoren eine Basis bieten.” An ein Scheitern denkt Leukefeld nicht: “Vor dem Saisonstart 2002 saßen die Mannschaft und ich zusammen – und ich habe den Spielerinnen erklärt, dass wir Deutscher Meister werden können. Sie schauten mich ungläubig an, und am Ende waren wir Meister. Genau so will ich meine jetzigen Ziele auch umsetzen.”
Der Thüringer wird bei der MJC auf Honorarbasis arbeiten, Domaschenko und Vereschako sind sowieso bei der MJC angestellt. “Das war angesichts unserer finanziellen Situation die beste Lösung”, sagte Rommel.
Zudem wird Leukefeld auch in die Suche nach einem Trainer für die kommende Saison eingebunden. “Jung, hungrig und ehrgeizig” soll er sein, sagte Leukefeld, der die Miezen zum bislang einzigen Saisonsieg gegen das Schlusslicht Celle führte.

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