Feiertag für den Frauen-Handball

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Handball-Derby Bietigheim gegen Metzingen

Das Derby könnte brisanter nicht sein: In der Frauenhandball-Bundesliga trifft an diesem Mittwoch Spitzenreiter SG BBM Bietigheim auf Verfolger TuS Metzingen. Beide haben 10:0 Punkte auf dem Konto.

Bietigheim – An diesem Mittwoch (20 Uhr) kommt es in Bietigheim zum Top-Spiel der Frauenhandball-Bundesliga zwischen der SG BB und dem ebenfalls noch verlustpunktfreien TuS Metzingen. Der Ex-Bundestrainer Dago Leukefeld wagt eine Einschätzung zu diesem brisanten Derby.

Herr Leukefeld, wie schätzen Sie die Lage vor dem Spitzenspiel an diesem Mittwoch ein?

Also dieses Derby ist ein Feiertag für den Frauenhandball – nicht nur in Württemberg. Beide Mannschaften haben 10:0 Punkte, es tummeln sich tolle Spielerinnen in beiden Kadern. Dieser Leckerbissen lässt jedes Handballherz frohlocken.

Sehen auch Sie die SG BBM Bietigheim in der Favoritenrolle?

Diesen Handballgipfel auf Weltklasseniveau werden Kleinigkeiten entscheiden, wie zum Beispiel die Tagesform der Torhüterinnen. Die SG BBM ist sicher auf die ganze Saison hin gesehen der große Favorit, doch in den 60 Minuten am Mittwoch ist alles möglich. Da wird die größere Motivation, der größere Kampfgeist entscheidend sein.

Und nicht der breiter aufgestellte Kader der SG BBM?

Bietigheim hat einen mit Weltklassespielerinnen gespickten Kader. Und darüber bin ich auch richtig froh. Dass Spielerinnen wie Susann Müller oder Maura Visser in der deutschen Bundesliga spielen, ist doch klasse. Das sind echte Vorbilder für die Nachwuchsspielerinnen. Doch Metzingen muss sich nicht verstecken. In Spielmacherin Anna Loerper und Julia Behnke haben sie eine überragende Achse. Julia ist für mich eine Weltklasse-Kreisläuferin, die beste die es in Deutschland gibt.

Bietigheim wird oft vorgeworfen, sich eine Weltauswahl zusammenzukaufen. Zu recht?

Der Kader ist Luxus pur – keine Frage. Doch es ist doch ein Glücksfall, wenn ein Mäzen wie Eberhard Bezner Herzblut und Geld in eine Randsportart wie den Frauenhandball steckt und es nicht für andere Dinge ausgibt. Zumal er auch angefangen hat, die Zukunft der SG abzusichern, damit sein Lebenswerk nicht irgendwann einmal zerstört werden könnte. In einer Stadt wie Bietigheim, mit der Konkurrenz im Eishockey und den Handball-Zweitliga-Männern im eigenen Verein, lässt sich ein Frauen-Handballteam nicht nur mit normalen Sponsoren nach oben führen.

Wie lautet Ihr Tipp?

Mein Herz würde dem frechen Außenseiter TuS Metzingen einen 30:27-Sieg gönnen, mein Kopf sagt, dass Bietigheim 30:27 gewinnen wird.

Und am Saisonende Deutscher Meister wird?

Ganz bestimmt.

Von Jürgen Frey 08. November 2016 – 07:51 Uhr

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