Handballtalk zur WM in Barcelona mit prominenten Gästen

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Martin Schwalb – Löwen muss man auf der Liste haben, Hansen beim HSV könnte ich mir vorstellen

Es war eine Premiere, die Lust auf mehr macht. Zum ersten Mal veranstaltete Teamsportreisen, Reisepartner zahlreicher Handballbundesligisten am vergangenen Wochenende im Rahmen des Finalwochenendes der Handball Weltmeisterschaft in Barcelona einen Handballtalk. Bei der Diskussionsrunde nach Vorbild eines bekannten Fernsehformates, welches sich stets sonntagvormittags mit dem Thema Fußball Bundesliga beschäftigt, gaben am vergangenen Sonntagmorgen in Barcelona fünf Experten ihre Meinung zur grade zu Ende gegangenen Weltmeisterschaft, sowie zur aktuellen Lage der Bundesliga ab.

Mit den Bundesligatrainern Martin Schwalb (HSV Hamburg), Michael Roth (MT Melsungen) und Ljubomir Vranjes (SG Flensburg/Handewitt) konnte der Veranstalter drei Erstligatrainer begrüßen, komplettiert wurde die Runde vom ehemaligen Frauen-Nationaltrainer Dago Leukefeld (SG BBM Bietigheim), sowie dem Großwallstädter Jugendkoordinator Christian Plesser, der als einer der führenden Nachwuchstrainer Deutschlands einen interessanten Einblick in die Nachwuchsarbeit eines Handballbundesligisten gab.
Im Foyer des Hotel Catalonia Plaza von Barcelona führte SPORT1 Moderatorin Annett Sattler routiniert durch die rund einstündige Talkrunde, die nicht nur zahlreiche Handballfans und Hotelgäste, sondern auch Journalisten aus dem In– und Ausland vor Ort verfolgten.
So war nicht nur die Handball Weltmeisterschaft in Spanien ein Thema, sondern auch die laufende Bundesligasaison.

Mit dem Tipp auf den späteren Weltmeister lagen die meisten Experten jedoch falsch. So nannten alle Teilnehmer bis auf Martin Schwalb Dänemark als kommenden Weltmeister, lediglich der HSV Trainer rechnete Spanien aufgrund einer starken Defensive und des nicht zu unterschätzenden Heimvorteils die besseren Chancen aus. Mit dem am Abend folgenden Kantersieg der Iberer gegen die bis dahin überzeugenden Dänen hatte aber auch Schwalb sicher nicht gerechnet.
Interessant auch die Frage von Sattler nach dem besten Spieler des Turniers. Hier erhielt der Hamburger Domagoj Duvnjak die meisten Stimmen der Expertenrunde, während sich Schwalb hier nicht festlegen wollte und mit Niklas Landin-Jacobsen und dem späteren Sieger Mikkel Hansen gleich zwei Namen nannte. Mit einem Schmunzeln fügte Schwalb hinzu: „Hansen könnte ich mir sehr gut an der Seite von Duvnjak beim HSV vorstellen“, wohl wissend, dass der dänische Ausnahmeathlet noch auf Jahre beim aufstrebenden französischen Club Paris St.Germain unter Vertrag steht.
Die Frage nach dem kommenden Deutschen Meister nutzte die Runde um Sympathien bei Ljubomir Vranjes zu sammeln. „Mein Herz würde sich die SG Flensburg/Handewitt als Meister wünschen, aber mein Kopf sagt es wird der THW Kiel“, so Dago Leukefeld, der einen interessanten Einblick in den Trainingsalltag eines Frauenbundesligatrainers gab. „Bei euch ist ja alles noch viel schlimmer als bei uns“, scherzte so wenig später sein Kollege Schwalb.

Ljubomir Vranjes selbst wollte sich von Annett Sattler kein Saisonziel entlocken lassen. „Wir sind ein Spitzenclub und wollen jedes Spiel gewinnen“, so der Schwede, ehe ihn Michael Roth unterbrach: „Das wollen wir auch, schließlich haben wir den THW Kiel bezwungen und sind jetzt auch ein Spitzenclub.“
Als Topfavorit auf den Titel sahen die Teilnehmer jedoch den THW Kiel, auch Vranjes selbst tippt auf die Zebras als kommenden Deutschen Meister. „Kiel hat doch praktisch ein Abonnement auf den Titel“, sprach der ehemalige weltklasse Mittelmann. Verwundert reagierte HSV Trainer Martin Schwalb auf die Meisterschaftstipps seiner Kollegen, als er als er als letzter in der Runde gefragt wurde. „Ich glaube ich habe wieder mal keine Ahnung, aber warum tippt hier niemand auf die Rhein-Neckar Löwen? Die sind Tabellenführer, haben nach 19 Spieltagen nur drei Minuspunkte und spielen eine überragende Runde, ich traue den Löwen durchaus den Titel zu und habe sie auf der Liste“, so Schwalb, der wie alle Teilnehmer und Zuhörer die Veranstaltung lobte.

„Das hat wirklich Spaß gemacht und ich hoffe diese Veranstaltung findet so eine Fortsetzung“, sprach Ljubomir Vranjes nach dem Ende unter dem Applaus der Zuschauer.

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