Bericht in der Thüringer Allgemeinen zum 1. Frauen-Länderspiel in Thüringen

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Nicht nur Nudeln als Gastgeschenke: Erinnerungen an des erste Frauen-Länderspiel in Thüringen

Nordhausen, 27. September 2018

Für Dago Leukefeld war es keine Frage, wo er liebend gerne ein Länderspiel austragen würde. „Wir waren damals mit der Nationalmannschaft beim Lehrgang in Rotenburg. Da wollte ich unbedingt auch in Thüringen spielen“, sagt der damalige Frauen-Bundestrainer, der am 16. Juni 2000 in Bad Langensalza mit der deutschen Auswahl gegen den Olympia-Zweiten Südkorea einen Test knapp mit 25:28 verlor.

Nun, 18 Jahre später, erlebt Thüringen erneut einen internationalen Vergleich, wenn am kommenden Sonntag, 30. September, der Olympiasieger Russland in Nordhausen gastiert.

Das erste Frauen-Länderspiel in Thüringen seit der politischen Wende war zugleich ein Motor, um den Traditionen des Frauen-Handballs im Freistaat einen neuen Schub zu verleihen. Nur wenige Tage nach der Gründung des THC Erfurt/Bad Langensalza kamen 1200 Zuschauer in die ausverkaufte Salza-Halle. „Die Begeisterung war riesig und es war richtig, dort ein solches Spiel auszutragen. Bad Langensalza ist ja dafür bekannt, dass das Publikum gnadenlos hinter der eigenen Mannschaft steht“, sagt Leukefeld.

Akribisch hatte der gerade erst gegründete Verein das Spiel vorbereitet. Die Handball-Minis warfen vor dem Anpfiff Gummibärchen und Schokolade ins Publikum, die Spielerinnen übergaben Nudel-Pakete an ihre Konkurrentinnen. Auf dem Parkett verband der damalige Bundestrainer auf perfekte Art die Tradition mit der Zukunft. So stand unter anderem die ehemalige Erfurter Kreisläuferin Janette Grunow auf dem Feld. Zum Einsatz kam aber auch die damals erst 18 Jahre alte Alexandra Uhlig, die später unter Leukefeld vier Jahre für den Thüringer HC in der Bundesliga spielte.

Dass nun Olympiasieger Russland zum Länderspiel nach Nordhausen kommt, darüber freut sich Leukefeld. „Für das Publikum wird das sicher ein tolles Spiel“, sagt der 55-jährige Erfurter, der der deutschen Mannschaft zutraut, dass der Umbruch nach der enttäuschenden Heim-WM im Dezember 2017 unter dem neuen Trainer Henk Groener gelingt. Aus seiner Sicht habe der neu formierte Kader durchaus das Potenzial, bei einer internationalen Meisterschaft bis ins Viertel- oder sogar Halbfinale vorzudringen.

Dago Leukefeld wird indes am Sonntag nicht auf der Tribüne der Wiedigsburghalle sitzen. Er ist mit seiner Handballschule in Süddeutschland unterwegs und wird mithelfen, dass die Talente irgendwann einmal ganz oben ankommen. Am besten in der Nationalmannschaft.

Deutschland – Russland, 30.09.2018, 15 Uhr, Nordhausen, Wiedigsburghalle
Axel Lukacsek / 27.09.18

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