Bericht in der Thüringer Allgemeinen zum Handballcamp in Nordhausen 2018

0

Lesen Sie hier den kompletten Artikel:

Dago Leukefeld hält 60 Handball-Kinder in Bewegung

Nordhausen, 08. September 2018

Ehemaliger Bundesligatrainer macht den Nachwuchs fit. Koordination ist ein entscheidender Faktor, um erfolgreich zu sein

Als Dago Leukefeld um kurz nach 18 Uhr die letzte Gruppe des Tages per Handschlag verabschiedet, sind nicht nur die in der Ecke liegenden aufblasbaren Airbodys platt. „Für mich waren es zwei intensive Tage, ich bin komplett durch“, atmete er tief durch. Kein Wunder, denn jeweils von 9 bis 18 Uhr wurde in der Ballspielhalle, der Turnhalle der Lessingschule und im Badehaus ordentlich geschwitzt, viel gelacht – und natürlich allerhand gelernt.

„Koordination ist sehr, sehr wichtig. Wir brauchen in unserer Sportart die drei wichtigsten Komponenten der Leichtathletik: wir müssen schnell laufen, hoch springen und hart werfen können. Ansonsten können wir kein Handball spielen. Dazu brauchen wir noch Wahrnehmung, Koordination und Zweikampfverhalten. Das zu vermitteln, ist schon sehr intensiv“, machte Leukefeld deutlich. In den Genuss des zweitägigen Handballcamps kamen 60 Kinder, aufgeteilt in drei Gruppen. Das Perspektivteam des Nordhäuser SV war mit 33 aktiven Handballkids am stärksten vertreten.

Die Neun- bis Zwölfjährigen durften zuerst ran. Zunächst wurden die koordinativen Fähigkeiten geschult. Leicht fing es augenscheinlich an, in dem sich zwei gegenüberstehende Kinder gegenseitig ihren Ball zuwarfen. Und das im Laufen. „Ein bis zwei Meter, mehr müsst ihr gar nicht auseinander sein“, korrigierte Leukefeldlautstark. Doch die Partner-Übungen wurden immer schwieriger. So warf ein Spieler seinen Ball zum Partner, der wiederum fing ihn auf seinem Ball, spielte ihn in die Luft und musste ihn auf seinem eigenen Ball wieder fangen.

Wie wichtig Körperspannung ist, zeigte sich in einer der nächsten Übungen. Einer der Spieler ging in den Liegestütz, der Partner hielt derweil die Beine mit seinen Händen fest. Dann wurde ein Bein losgelassen und wieder aufgenommen. Kurz vor der ersten kleinen Pause drehte sich einer auf den Rücken, nahm die Stützposition ein und ließ im wechselnden Rhythmus das eine Bein los und nahm es wieder auf. Leukefeld musste unterstützend helfen. „Das ist schon eine coole Truppe, die geben richtig Gas. Es macht richtig Freude sie zu trainieren“, sagte er. Danach ging es ins Spezifische: die richtige Ausführung des Schlagwurfs, Körpertäuschung und das 1-gegen-1. Lustig wurde es, als sich Leukefeld und Perspektivtrainer Pascal Eichentopf die aufgeblasenen Airbodys schnappten und die Jungs am Torewerfen hinderten.

Nach 90 Minuten endete diese Einheit. Der Übergang zur Gruppe der Sechs- bis Neunjährigen funktionierte reibungslos. „Bei den Kleinen stand das Technikerwerbstraining im Vordergrund. Sie haben gelernt, was beim Schlagwurf wichtig ist. Sie bekamen theoretisch vermittelt, wie die Technik funktioniert. Am Ende des zweiten Tages waren sie fit und konnten alles richtig wiedergeben. Ich war total überrascht, wie schnell und positiv sie das aufgenommen haben“, freut sich Leukefeld. Bei den Älteren ging es vordergründig um die Spielfähigkeit und das Zusammenspiel des Rückraums mit dem Kreisspieler. Abschließend wurde das Gelernte im Tempospiel umgesetzt.

Bei drei wechselnden Gruppen ging es zuweilen nicht immer ruhig zu. Sobald es irgendwie unruhig wurde, steuerte Leukefeld gegen. „Ihr schwatzt mir so viel“, mahnte er. „Viele Kinder tun sich sehr schwer beim Zuhören. Wer vorn steht und dran ist hört zu, die anderen sind mit allem möglichen beschäftigt. Sie müssen wieder lernen zuzuhören“, machte Leukefeld deutlich.

Das ist nur einer der Punkte, auf den der gebürtige Sondershäuser und Ex-Bundesligatrainer die Übungsleiter während seines zweitägigen Handballcamps beim Nordhäuser SV aufmerksam machte: „Wir Trainer sind keine Entertainer, wir wollen den Kindern etwas beibringen. Zudem haben wir Regeln und an die müssen wir die Kinder gewöhnen.“

Die guten Spieler könnten Vorbilder sein, in dem sie diejenigen an die Hand nehmen, die noch nicht so lange dabei oder weniger talentiert sind, und dadurch besser machen, erklärte Leukefeld: „Ich muss manchmal die Guten auch zu kleinen Co-Trainern machen. Das hat sich im Training ganz cool entwickelt. Das haben die Trainer ein bisschen gespürt, dass sie darauf mehr Einfluss nehmen müssen und mehr Disziplin im Training haben.“ Im Ergebnis soll eine höhere Effektivität stehen. Und davon profitieren dann alle Seiten.

Sandra Arm 08.09.18
 
2+
Share.

Comments are closed.