Training im Wohnzimmer

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Handball: Dago Leukefeld fördert Nachwuchs und berät Thüringer Verband

ERFURT. In dieser Halle kennt Dago Leukefeld jede Ecke, aber in Erinnerungen schwelgen? Dafür blieb keine Zeit. Der ehemalige Handball-Bundestrainer der Frauen und langjährige Coach des Thüringer HC hat in der Sporthalle in der Mittelhäuser Straße zum ersten Mal ein zweitägiges Camp veranstaltet, von dem der Nachwuchs und die Übungsleiter gleichermaßen profitieren sollen.

„Diese Halle war sehr viele Jahre mein Wohnzimmer, aber ich war ganz entspannt. Entscheidend war, das sich die Mädchen und Jungen super verstanden und viel gelernt haben. Sie alle waren offen für viele neue Dinge“, sagte Leukefeld,der vor zwei Jahren endgültig dem Traineralltag in der Bundesliga den Rücken kehrte und seitdem mit diesen Trainingslagern seine Philosophie des Handballs vermittelt. In Erfurt waren Mädchen und Jungen zwischen 10 und 14 Jahren aus Ilmenau, Saalfeld und Arnstadt sowie von den Vereinen HSC Erfurt und Thüringer HC dabei. „Es ist immer so, dass ich die Vereinstrainer mit einbeziehe. Der Sinn dieser Camps besteht ja auch darin, neue Ideen in den Trainingsalltag mit einzubringen. Insofern ist es ganz wichtig, die Übungsleiter auf diese Weise mitzunehmen“, sagte der 51 Jahre alte Handball-Lehrer, dessen Arbeit mit den Talenten von einem finanzkräftigen Sponsor (Sparkassen-Versicherung) unterstützt wird. Dago Leukefeld veranstaltet pro Jahr etwa 30 bis 35 solcher Handball-Camps, Tendenz steigend. Die Unterstützung der Vereinsarbeit auf diese Weise ist nicht nur deshalb gefragt, weil sie für die Talente eine Abwechslung im Trainingsalltag darstellt.

Oft fehlen auch qualifizierte Übungsleiter. „Zuletzt war ich oft im Westen Deutschlands unterwegs. Deshalb freue ich mich als Erfurter umso mehr, dass ich nun auch in meiner Heimat den Nachwuchs unterstütze“, sagte Leukefeld, der im Januar in Hermsdorf und im Februar in Apolda ein solches Camp veranstalten wird. Inzwischen ist der auch als Berater für den Thüringer Handball-Verband (THV) tätig. Dago Leukefeld kennt auch keine Berührungsängste mit dem Fußball. Im kommenden Jahr veranstaltet er ein Camp in Kaltennordheim (Wartburgkreis) und trifft dort Fußball-Weltmeister Uwe Bein, der für seine Sportart in gleicher Mission unterwegs ist. Unter dem Motto „Handball trifft Fußball“ wird der Nachwuchs auch gemeinsam trainieren. „Auch auf diese Weise können alle voneinander lernen“, sagte Dago Leukefeld.

Autor: VON AXEL LUKACSEK, erschienen in: TLZ am 18.11.2014

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