TV Jahn arbeitet mit Ex-Bundestrainer

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Es wird keinen neuen Cheftrainer bei Handball-Drittligist TV Jahn Duderstadt geben. Ekkehard Loest, seit vier Spieltagen ungeschlagener Coach der Eichsfelder, der das Amt vom sieglosen Lars Rindlisbacher übernahm, wird die Geschicke auch weiterhin leiten.

Duderstadt. Allerdings bekommt er kompetente Unterstützung. Dago Leukefeld, von 2000 bis 2001 Bundestrainer der Frauen und Juniorinnen, gilt als ausgewiesener Handballfachmann. Seine eindrucksvolle Vita würde Seiten füllen. Highlights seiner bisherigen Karriere als Coach sind zweifelsohne der Gewinn der Deutschen Meisterschaft mit den Bundesliga-Frauen der DJK/MJC Trier 2003 und das Erreichen des Europapokalfinales 2009 mit dem Thüringer HC (zwei Niederlagen gegen Cercle Nimes).

Beim TV Jahn Duderstadt sieht er sich als „externer Berater, der sich an der internen Arbeit beteiligt.“ Bereits seit fast drei Wochen „mischt“ er aktiv bei den Eichsfeldern mit. Ekkehard Loest kennt ihn von einer Trainerfortbildung in Rothenburg an der Fulda („daran kann sich Dago gar nicht mehr erinnern“). Später hatte er dann engen Kontakt zu ihm, als Leukefeld Cheftrainer beim Thüringer HC (2004 bis 2010) war – dort, wo auch Loests Tochter Katharina in Diensten stand. Der Kontakt ist seitdem nicht abgebrochen, und so wusste Loest aus erster Hand, dass sich Leukefeld selbstständig gemacht hatte, sich als Dienstleister für Vereine versteht.

Im Kopf von Ekkehard Loest arbeitete es fieberhaft: Trainerausbildung, Talentförderung, Handballcamps – alles Bereiche, die dem Handball-Abteilungsleiter des TV Jahn schon länger unter den Nägeln brannten, Leukefeld zu seinen Themenschwerpunkten zählt. Dazu die Chance, der Drittliga-Mannschaft ein qualifiziertes Training bieten zu können und damit selbst zeitlich entlastet zu werden. Intensive Telefonate und persönliche Treffen zwischen den beiden fanden statt, und sie erarbeiteten eine Lösung, mit der beide Seiten mehr als zufrieden sind.

Wobei Loest ausdrücklich nicht nur die erste Mannschaft im Blick hat, mindestens genau so wichtig ist ihm die Verbindung zwischen Herren und Jugend. „Kriegsentscheidend für mich ist, dass wir es langfristig schaffen, viele Nachwuchshandballer aus der Region so auszubilden und zu fördern, dass es auf längere Sicht möglich ist, eine dritte oder vierte Liga zu halten.“

Eine Philosophie, die Dago Leufeld voll und ganz unterstützt. „Priorität hat für mich eindeutig die Arbeit mit Kindern, dazu möchte ich junge Trainer ausbilden. Wobei ich mich nicht als Lehrmeister, sondern als Partner verstehe.“ Davon überzeugen konnte sich schon der Jahn-Nachwuchs, mit dem Leukefeld seit zwei Wochen arbeitet. Auch in der Trainerausbildung ist er vor Ort schon tätig geworden. Darüber hinaus soll in Duderstadt zweimal im Monat ein HVN (Handball-Verband Niedersachsen)-Stützpunkttraining für die Altersklasse C-Jugend männlich und weiblich angeboten werden.

Viel Spaß hat der gebürtige Sondershäuser, der im Regelfall zwei Tage die Woche (Dienstag, Mittwoch) in Duderstadt sein wird, auch schon mit der Drittliga-Truppe gehabt. „Ich bin felsenfest davon überzeugt, dass die Mannschaft das Potenzial hat, die Klasse zu halten.“ Gesehen hat er noch kein Spiel von ihr, denn der A-Lizenz-Inhaber ist ein klein wenig abergläubisch. „Ich traue mich gar nicht, zum Spiel zu gehen, nachher bringe ich noch Unglück“, schmunzelt Leukefeld, denn seitdem das Projekt „Leukefeld-Loest-TV Jahn“ beschlossene Sache ist, hat die Drittliga-Crew noch kein Spiel verloren.

Von Vicki Schwarze

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