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Bericht im Weser Kurier

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Ex-Bundestrainer Dago Leukefeld hat dem weiblichen Nachwuchs der HSG Hude/Falkenburg an einem Trainingswochenende wertvolle Tipps für die Zukunft gegeben.

Es ist ruhig in der Halle. Überraschend ruhig, dafür dass immerhin 20 Mädchen im Kreis auf dem Boden sitzen. Kein Getuschel oder Gekichere. Nur eine Stimme ist zu hören: die von Dago Leukefeld. Er steht in der Mitte des Kreises. Er redet, er gestikuliert. Gerade erklärt der ehemalige Frauen-National- und Bundesligatrainer den Nachwuchstalenten die richtige Wurftechnik: „Ihr müsst euch vorstellen, ihr seid Jäger und wollt mit einem Speer eine Wildsau erlegen.“ Kurz huscht den Mädchen ein Grinsen über das Gesicht, dann lauschen sie wieder konzentriert Leukefelds Worten. „Es ist wirklich mucksmäuschenstill. Das hat was von einer Andacht. Das kennen wir sonst gar nicht, aber die tauen sicher noch auf“, sagt Dean Schmidt lachend und schickt hinterher: „Die Mädels sind gerade superkonzentriert.“

Der Jugendkoordinator der HSG Hude/Falkenburg freut sich, dass die D- und C-Juniorinnen (Jahrgänge 2005 bis 07) sowie eine A-Jugendliche die Chance haben, mit solch einem renommierten Coach wie Leukefeld ein Trainingswochenende zu absolvieren. Der ehemalige Bundesliga-Coach, der unter anderem Deutscher Meister wurde, tourt mit seinem Handball-Camp durch ganz Deutschland, um junge Handballer zu trainieren. „So eine hohe Intensität an Einheiten bringt in jungen Jahren unheimlich viel. Außerdem ist das Camp für das Zwischenmenschliche wichtig. In der C-Jugend haben wir zwei Gastspielerinnen, das Teams wächst über so ein Wochenende mit gemeinsamer Übernachtung zusammen“, sagt der Jugendkoordinator der HSG. Der Kontakt zu Leukefeld kam derweil über die aktuelle Trainerin der C-Juniorinnen, Sabine Kalla, zustande. Sie kennt den 56-Jährigen aus ihrer aktiven Zeit als National- und Bundesligaspielerin. Kalla: „Dago hat einfach eine unheimliche Fachkompetenz. Allein wie er die Wurftechnik beschreibt. Für uns ist das einfach super.“

Eine neue Erfahrung
Unterdessen haben sich die Mädchen in zwei Gruppen eingeteilt. Die eine steht mit Bällen am Kreis, die andere steht ohne Bälle auf der anderen Seite am Kreis. Erstgenannte Gruppe soll den Ball über das gesamte Spielfeld ins Tor donnern, was die anderen Spielerinnen zu verhindern versuchen. Zweimal landet der Ball im Netz, ansonsten verhungert er mal auf dem Weg oder landet weit daneben. „Normalerweise müssten C-Juniorinnen von einem Tor ins andere werfen können. Aber viele haben ein Problem mit einer guten Wurftechnik und Körperspannung. Darauf liegt ein Fokus. Und in der Jugend sind die größten Fehlerquellen das Passen und Werfen“, erklärt Leukefeld. Diese drei Dinge bilden den roten Faden seines Camps. Damit kommt er bei den Mädels jedenfalls gut an. „Es ist cool, mal andere Sachen zu machen“, sagt beispielsweise Ida Frerichs. Ihre Teamkollegin Ida Seidel freut sich derweil über die neue Erfahrung. „Mal einen anderen Trainer zu haben, ist ganz cool“, meint Celina Kück grinsend in Richtung Kalla und Schmidt.

Schon während seiner Zeit als National- und Bundesligatrainer hat Leukefeld sich in der Nachwuchsarbeit engagiert. Vor etwa fünf Jahren entschied er sich dazu, sich komplett auf die Jugend zu konzentrieren. Seitdem tourt er durch die ganze Nation. Warum hat er aufgehört, in der Bundesliga an der Seitenlinie zu stehen? „Als Bundesliga-Trainer lebst du nach dem Spielplan und dem Tabellenstand. Der Spielplan bestimmt dein Leben, der Tabellenstand sagt aus, ob du ein guter oder schlechter Trainer bist. Ich bin mal auf einer Geburtstagsfeier gegangen und die Menschen waren erstaunt. In den zehn Jahren zuvor konnte ich nie, weil der Spielplan es nicht hergegeben hat“, erklärt der 56-Jährige.

Erst Mathe, dann aufs Tor werfen
Und warum tingelt er dann lieber durch ganz Deutschland, um Kinder zu trainieren? Lange Überlegen muss er für seine Antwort nicht: „Ich hatte schon immer Spaß an Jugendarbeit. Dieser Sport hat mir viel gegeben, jetzt möchte ich etwas zurückgeben. Das größte Problem des deutschen Handballs ist es, dass die Jugendtrainer zu wenig Unterstützung bekommen. Genau das ist aber die Kernarbeit.“ Mit seinem Handball-Camp möchte er den Übungsleitern neue Impulse geben, ihnen helfen.

Die erste Einheit haben die Mädchen nun fast geschafft. Bevor es aber zum Essen geht, steht noch eine kleine Fragestunde zu der ersten Einheit an. Vieles haben sich die Mädchen gemerkt, und Schmidt hatte Recht, mittlerweile sind sie aufgetaut. „Das ist eine coole Truppe, das kann ich schon nach der ersten Einheit sagen. Sie sind hier, weil sie es wollen. Die Mädels sind mit Herz und Kopf dabei“, lobt Leukefeld. Apropos Kopf: Der spielt bei dem Trainer eine große Rolle. In den drei Tagen sollen nämlich nicht nur motorische Abläufe abgespeichert werden, sondern auch die Entscheidungsfindung spielt eine große Rolle.

Bei den Einheiten am Sonnabend mussten die Talente beispielsweise eine Matheaufgabe lösen, bevor sie ins Eins-gegen-eins gehen oder auf das Tor werfen durften. „Oft gewinnt im Wettbewerb die Mannschaft, die weniger Fehler macht, also konzentrierter ist. Dazu gehört die Entscheidungsfindung“, sagt Leukefeld und erklärt weiter: „Meine Philosophie ist da: Wenn ich frei bin, werfe ich. Wenn ich nicht frei bin, werfe ich nicht. Das wollen wir üben.“

Es ist mehr als offensichtlich, dass ihm der Nachwuchs wirklich am Herzen liegt. So war er es übrigens auch, der Sabina Kalla überhaupt erst auf die Idee brachte, Trainerin zu werden. „Als ich noch aktiv gespielt habe, saßen wir öfter mal abends bei einem Glas Wein zusammen und haben diskutiert. Unter anderem auch über die Jugend“, erinnert sich Kalla. Damals habe er zu ihr gesagt, dass sie sich diese doch einfach selbst großziehen soll. Vorstellen konnte sich die Trainerin das zu diesem Zeitpunkt allerdings noch nicht. Das hat sich mittlerweile offensichtlich geändert. „Sabine hat ihr Herz an den Jugendhandball vergeben. Und das ist gut. Die besten Trainer gehören in den Nachwuchsbereich“, fordert der EHF-Master-Coach an ein Umdenken.

Nico Nadig, 07. Juli 2019

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